Wie schütze ich mich vor den Humanen Papillomviren?

Die HPV-Impfung hilft gegen STIs und beugt Krebs vor!

HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion (STI).

Wer sollte geimpft werden?

Die HPV-Impfung ist ein Schutz für junge Menschen

Bereits seit 2007 gibt es die HPV-Impfung als offizielle Empfehlung für Mädchen von 9 – 14 Jahren zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2018 auch die HPV-Impfung für Jungen von 9 – 14 Jahren zum Schutz vor seltenen Penis- und Analtumoren. Die Impfung ist für Mädchen und Jungen, die sich nachimpfen lassen, bis zum 18. Lebensjahr kostenlos. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten auch darüber hinaus bis zum 26. Lebensjahr.

Download als pdf: Auf einen Blick für Mädchen für Jungen

Warum so früh impfen?

Nur vor dem ersten sexuellen Kontakt ist die Impfung wirksam gegen die risikoreichen HP-Viren und desto früher, desto besser reagiert das Immunsystem darauf, später wirkt der Impfschutz schwächer.

Jungen sollten frühzeitig aufgeklärt werden, dass Kondome einen hohen Schutz vor einer Ansteckung und der Übertragung von HP-Viren bieten.

HP-Viren verursachen selten ernsthafte Erkrankungen bei jungen Männern, sind aber mitverantwortlich für die Verbreitung der Viren.

Die Impfung wirkt weniger, wenn man mit dem Papillomavirus bereits infiziert ist oder Symptome wie Feigwarzen oder eine Dysplasie (Gewebeveränderung) hat. Sie wirkt aber auch gegen die HPV-Typen, mit denen man nicht infiziert ist.

Auch gegen HPV geimpfte Mädchen sollten später unbedingt regelmäßig an den empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen für Gebärmutterhalskrebs teilnehmen. Denn dadurch werden frühzeitig Gewebeveränderungen erkannt, die durch HPV-Typen verursacht werden können, die nicht in den Impfstoffen enthalten sind. Zwar werden fast 70 % Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs durch die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 verursacht. Darüber hinaus sind jedoch mindestens 13 weitere Hochrisiko-Typen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Die Vorsorgeuntersuchung dient darüber hinaus der Früherkennung anderer Erkrankungen.

HPV ist mit 80% in der Bevölkerung sehr weit verbreitet. Seltener kommt es zu ernsthaften Folgen. Aber: Folgen einer HPV-Infektion können Krebserkrankungen am Gebärmutterhals, in der Scheide, an den äußeren Genitalien (Vulva), am After oder im Mund sein, andere Folgen bedingen Warzen an den Genitalien oder der Haut.

Für junge Frauen bietet die  Kombination aus Impfung und regelmäßiger Abstrichuntersuchung (PAP-Test) bei der jährlichen kostenlosen Früherkennungskontrolle ihrer Gynäkologin/ihrem Gynäkologen einen hohen Schutz vor dem Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs).

An Gebärmutterhalskrebs durch HPV erkranken überwiegend Frauen zwischen 35 und 59 Jahren.

Sich gegenseitig schützen

Nicht einmal die Hälfte aller Mädchen und Jungen in Deutschland ist geimpft. Ende 2014 beträgt die Impfquote bei 15-Jährigen Mädchen laut Robert Koch-Institut 30,5 %, unter den 17-Jährigen waren 42,5 % vollständig geimpft, obwohl die gute Verträglichkeit der HPV-Impfung nachgewiesen ist. Eine hohe Impfrate gegen die hochriskanten Papillomviren in Kombination mit Früherkennungsuntersuchungen trägt erheblich dazu bei, dass Gebärmutterhalskrebs bei Frauen und HPV-verursachte Krebserkrankungen bei Männern nahezu vollständig verhindert werden könnten.

Wichtig: Die Problematik HPV, z. B. mit dem Kinderarzt, besprechen und so den richtigen Zeitpunkt der Impfung nicht verpassen! Unterstützen Sie Ihr Kind bei dieser wichtigen Entscheidung.

Seit Einführung der Impfung weltweit 270 Millionen Impfungen

Wissenswertes zu den Impfstoffen

Der Zweifachimpfstoff Cervarix® und der Neunfachimpfstoff Gardasil 9® (als Nachfolgepräparat für den Vierfachimpfstoff Gardasil®) sind in Deutschland die zwei Impfstoffe zum Schutz vor einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Cervarix® schützt vor der Ansteckung mit HPV 16 und 18. Gardasil® 9 als Neunfach-Impfstoff ist der am breitesten wirksame Impfstoff und schützt gegen neun verschiedene Hoch-Risiko-Typen (verlinken) (16, 18, 31, 33, 45, 52, 58) und außerdem zusätzlich gegen zwei Niedrig-Risiko-Typen, die Feigwarzen (Typ 6 und Typ 11).  Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Impfserie konsequent mit einem dieser Impfstoffe durchzuführen, um einen optimalen HPV-Impfschutz zu erreichen. Wurde beispielsweise mit dem Zweifachimpfstoff geimpft, sollte die Impffolge auch mit diesem Impfstoff abgeschlossen werden.

Kann nach Impfung mit älterem Vierfach-Impfstoff mit dem Neunfach-Impfstoff zur Erhöhung des Impfschutzes geimpft werden?

Wurde eine Impfserie mit dem Vierfach-Impfstoff begonnen, sollte sie mit dem Neunfach-Impfstoff abgeschlossen werden. Die STIKO verweist darauf, dass ein vollständiger Impfschutz gegen die zusätzlichen HPV-Typen im Neunfach-Impfstoff, voraussichtlich nur nach zwei bzw. drei Impfungen, abhängig vom Alter zum Zeitpunkt der Impfung, erzielt werden kann. Eine Auffrischung der Impfung wird momentan nicht empfohlen.

Trotz sexueller Erfahrung impfen?

Liegen bereits erste sexuelle Erfahrungen vor und gar eine bestehende langanhaltende HPV-Infektion bei Mädchen oder Jungen, ist es trotzdem sinnvoll zu impfen, da der Impfstoff auch wirksam gegen andere HPV-Hoch-Risikotypen schützt.

Die HPV-Impfung hilft gegen STIs und beugt Krebs vor!

HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion (STI). 2017 wurden weltweit 270 Millionen HPV-Impfdosen verabreicht!

Wer sollte geimpft werden?

Die HPV-Impfung ist ein Schutz für junge Menschen

Bereits seit 2007 gibt es die HPV-Impfung als offizielle Empfehlung für Mädchen von 9 – 14 Jahren zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2018 auch die HPV-Impfung für Jungen von 9 – 14 Jahren zum Schutz vor seltenen Penis- und Analtumoren. Die Impfung ist für Mädchen und Jungen, die sich nachimpfen lassen, bis zum 18. Lebensjahr kostenlos. Je nach Krankenkasse werden die Kosten auch darüber hinaus übernommen.

mehr …. Auf einen Blick für Mädchen für Jungen pdf als Download

impfen

Download KURZ & KNAPP: FAKTENBLÄTTER ZUM IMPFEN des Robert Koch-Instituts (RKI)

 

Hat die Impfung Nebenwirkungen?

Viele umfangreiche Studien untermauern die Sicherheit und gute Verträglichkeit der HPV-Impfung. Als häufigste Beschwerden werden Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle beschrieben, Weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, das Ansteigen der Körpertemperatur und Muskelschmerzen. Alle diese Beschwerden sind zeitlich begrenzt und bilden sich vollständig zurück. Wegen möglicher Kreislaufbeschwerden soll die Impfung im Liegen oder Sitzen erfolgen.

Allergische Reaktionen können auftreten, sind jedoch sehr selten. Die Unverträglichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem sonstigen Bestandteil des Impfstoffs schließt die Impfung aus. Auch muss bei akuten, schweren Erkrankungen, die mit Fieber verbunden sind, der Impftermin verschoben werden.

Frauen sollten trotz Impfung stets zur Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs gehen, da eine Infektion mit anderen HPV-Typen nicht ausgeschlossen ist.

Die HPV-Impfung gilt neben der sehr guten Verträglichkeit als sicher.

Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) schließt sich der  Einschätzung der Kommission zur Globalen Sicherheit von Impfungen (GACVS) bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an, dass die HPV-Impfung überaus sicher ist.

mehr: https://www.who.int/vaccine_safety/committee/topics/hpv/June_2017/en/

Die Elternbroschüre der BZgA Download als pdf

https://www.entschiedengegenkrebs.de/pdf/Aufklaerungsflyer_HPV_Patienten.pdf

https://www.amedes-group.com/fileadmin/content/Service/Patientenflyer/509122_FL_HPV-Impfung_180405.pdf

https://service.bzga.de/pdf.php?id=4d80c2cfc3efc77047d443ea82fc8da3

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Der Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung, verfasst von der International Agency for Research on Cancer, einer Agentur der WHO,  hebt die Bedeutung der Impfung zum Schutz vor Tumoren, so auch der HPV-Impfung, hervor.

Wer führt die Impfungen durch?

Die Impfung und der PAP-Test für Mädchen und Frauen sind schmerzlos und nichts geht über die Gewissheit, gesund zu sein.

Ärzt*innen für Kinder-  und Jugendmedizin, Gynäkolog*innen, Hausärzt*innen nehmen die Impfung vor und beraten! Auch wenn über 90 % der HPV-Infektionen von alleine ausheilen, so bleibt Ungewissheit über eine HPV-Infektion! Etwa 10 % der Infektionen verbleiben langanhaltend und entwickeln sich im Verlauf von Jahren zu einer chronischen HPV- Infektion mit  Zellveränderungen vor allem am Gebärmutterhals bis hin zu Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs. Die Impfung schließt nicht die jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen aus.

Download als pdf: Broschüre

Die Schutzwirkung

HPV-Impfung schützt für mindestens 12 Jahre.

Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum ist die Schutzwirkung von Cervarix® und Gardasil® bis zu 12 Jahre. Für Gardasil 9® liegen noch keine entsprechenden Daten vor. Weitere Studien sollen Aufschluss über eine Auffrischimpfung bringen.

Vor dem ersten sexuellen Kontakt sollte geimpft werden. Der Schutz beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts 94 % gegen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und 76 % gegen Krebsvorstufen im Analbereich.

HPV-Impfung: BZgA startet Informationskampagne

HPV: STIKO empfiehlt Impfung für Jungen

HPV-Impfungvon Cochrane Review als sicher bewertet

Warum gibt es die Impfung gegen HPV jetzt auch für Jungen?

In Deutschland werden zu wenige Mädchen und Jungen gegen HPV geimpft. Im Jahr 2019 betrug der prozentuale Anteil an vollständig gegen HPV geimpften 17-jährigen Mädchen nur 44,6 Prozent.

Eine niedrige HPV-Impfquote kann keinen ausreichenden Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) erreichen, der auch Jungen und Männer schützt. Umgekehrt können Jungen und Männer Überträger für Mädchen und Frauen sein.

Modellrechnungen prognostizieren, dass durch die HPV-Impfung für Jungen langfristig zusätzlich Tausende von Krebserkrankungen vermeidbar sind.

Wissenschaftliche Empfehlung der Impfung für Jungen