Was sind die Folgen einer HPV-Infektion?

HPV zählt zu den häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten,                                    neben Chlamydien- und Herpes-Infektionen

 

80 % aller Menschen infizieren sich im Laufe des Lebens mit HPV: 25 % der Frauen unter 30 Jahre, mit über 30 Jahren sind es immer noch 8 % der Frauen.

Seltener erkranken Menschen an Feigwarzen, die zu 90% durch HPV Niedrig-Risiko-Typen hervorgerufen werden und Krebsvorstufen (Dysplasien) oder Krebs (des Gebärmutterhalses, der Scheide, der Vulva) sein können.

Durch eine Impfung kann man die Folgen weitgehend verhindern.

Es gibt über 200 verschiedene Typen von Papillomviren, die durch Geschlechtsverkehr oder andere intime Kontakte übertragen werden. Die HPV-Typen sind alle durchnummeriert. So gibt es zum Beispiel einen HPV Typ 6 oder einen HPV Typ 16. Nicht alle HPV-Typen lösen Krankheiten aus. Etwa 40 von ihnen können zu Veränderungen im Genitalbereich und am After führen.

In Deutschland erkranken laut Statistik jedes Jahr 12 von 100.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, nahezu 100 % davon ist HPV bedingt.

Gebärmutterhalskrebs als risikoreiche Form der HPV-Infektion

Trotz risikoreichem HPV fühlt man sich oft gesund und hat keine Symptome. Selbst bei Gebärmutterhalskrebs zeigen sich Symptome erst spät nach Jahren, wenn er fortgeschritten und gefährlich ist. 

Er ist die häufigste Form der durch HPV-Hoch-Risiko-Typen verursachten Krebsarten. Bei nahezu 100 % der Zervixkarzinome liegen Hochrisiko-Typen, HPV 16 und HPV 18, vor. Der durch eine HPV-Infektion ausgelöste Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung und dritthäufigste Todesursache von Krebs bei Frauen. Laut Krebsinformationsdienst stecken sich 10 von 100 Frauen mit einer persistierenden (lang anhaltenden) Form durch Hochrisiko-Typen an. Weniger als eine von 100 Frauen entwickelt circa 15 Jahre nach der Infektion Gebärmutterhalskrebs. Bei Frauen zwischen 40 und 55 Jahren ist es die vierthäufigste, bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren sogar die zweithäufigste Krebsart (Brustkrebs ist die häufigste). Gebärmutterhalskrebs ist nicht ansteckend und nicht vererbbar.

Die Infektion heilt jedoch in über 90 % der Fälle ohne Therapie innerhalb von zwei Jahren aus. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei Gynäkologen sind daher sehr wichtig. Bei der rechtzeitigen Erkennung sind die Heilungschancen gut.

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Mit dem PAP-Test und HPV-Test vorsorgen

Der PAP-Test erfolgt ab dem 20. Lebensjahr, einmal jährlich. Ärzte empfehlen, ab dem 30. Lebensjahr zusätzlich alle fünf Jahre einen HPV-Test machen zu lassen. Der HPV-Test ist eine sogenannte IGeL-Leistung, die man selbst zahlt, und für 50 - 80 € beim Gynäkologen durchführbar. Ab 2020 soll er alle drei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Aktuell kann man HPV-Tests nur an der Gebärmutter vornehmen, für Penisse oder andere Körperstellen gibt es diese noch nicht.

Weitere von HPV-Infektionen ausgelöste Krebsformen

Es gibt nur wenige Daten zu den HPV-Krebsformen bei Männern. Ist man HPV-positiv, entwickelt sich bei Mann und Frau daraus nur äußerst selten eine Krebsvorstufe oder Krebs. Die kanzerogenen Formen können  bei Frau und Mann nur bei einer länger anhaltenden (=persistierenden) Infektion mit einem Hoch-Risiko-HPV-Typ entstehen. Zumeist klingt die Infektion von alleine ab. Bilden sich bei einer persistierenden Infektion mittel- bis hochgradige Zellveränderungen (Dysplasien), was ebenfalls seltener der Fall ist, können auch diese ohne Therapie heilen. Ein geringer Anteil dieser Dysplasien führt zu Krebs.

Erst nach Jahren können die verschiedenen HPV-Typen zu Krebserkrankungen im Genital-, Anal- und Hals-Rachenbereich führen.

Kondome benutzen, um sich beim Sex zu schützen!

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Der männliche Partner erleidet aber oftmals nur kleinste Läsionen (Verletzungen) z. B. am Penis und bemerkt daher diese Infektion nicht. Er wird damit jedoch zum Überträger der Infektion. Es gibt noch keinen zugelassenen HPV-Test für Männer. 

Genitalwarzen (Feigwarzen) als risikoarme Form der HPV-Infektion

12 Arten von HPV verursachen Genitalwarzen, am häufigsten Typ 6 und 11. Die Gardasil-Impfung schützt davor!!! Genitalwarzen sind nicht gefährlich und verursachen keinen Krebs, können jedoch sehr unangenehm sein.

Genitalwarzen wachsen in Vagina, Vulva, am Penis, Hodensack, Anus, selten im Rektum oder an der Harnröhre. Sehr selten entstehen sie im Mund oder Rachen. Sie sehen beulenartig, manchmal blumenkohlartig aus.

Feigwarzen gibt es in allen Größen, flach oder erhöht, gruppenweise oder an unterschiedlichen Stellen. Meist verursachen sie keine Schmerzen, der Betroffene bemerkt oder erkennt sie nicht und verwechselt sie mit anderen Hauterkrankungen. Manchmal führen sie zu Jucken, Brennen oder stören beim Sex. Partner können sich gegenseitig infizieren. Bis zum Ausbruch vergehen sechs Wochen bis sechs Monate oder manchmal auch mehr Zeit.

Ein gutes Immunsystem verhindert oder bekämpft die Infektion und lässt auch die Warzen ausheilen. Doch sie können sich auch verbreiten, wenn eine Therapie ausbleibt. Rechtzeitig behandelt, ist auch das Ansteckungsrisiko für den Partner kleiner!

Therapie bei Genitalwarzen (Kondylomen)

Eine spezielle Papillomavirustherapie existiert aktuell nicht. Bei vorliegenden Läsionen werden diese hauptsächlich durch chirurgische Eingriffe oder lokale Verätzungen entfernt. Oftmals kommt es zu Rückfällen (Rezidiven). Die Therapie sollte unbedingt durchgeführt werden. Kondylome wachsen ständig, vermehren sich unkontrolliert und infizieren den Partner.

Feigwarzen bleiben i. d. R. an den Genitalien haften, dadurch ist das Ansteckungsrisiko von den Genitalien auf andere Körperstellen oder anderer HPV bedingter Warzen auf die Genitalien, sehr gering. Wenn Feigwarzen mit dem bloßen Auge zu sehen oder eindeutig zu ertasten sind, erfordert dieses fortgeschrittene Stadium eine operative Entfernung. Die Heilungsphase ist schmerzvoll und muss manchmal mehrmals durchgeführt werden. Männer sollten daher bei Verdacht auf anale Feigwarzen rechtzeitig zu einer proktologischen Untersuchung bei einem Darmspezialisten gehen.

Behandlungen bei Genitalwarzen verhindern nicht den HPV-Virus an sich und es kann weiterhin zu Erkrankungen kommen!

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) klärt mit dieser kostenlosen Broschüre über Feigwarzen auf: hier klicken 

Mundkrebs

HPV-Infektionen können Mundkrebs verursachen. Die HP-Viren werden dabei durch Oralverkehr übertragen. Die konsequente Verwendung von Kondomen, Femidomen oder Dental Dams reduziert vermutlich das Übertragungsrisiko. 

Peniskarzinom

Beschnittene Männer erleiden extrem selten HPV verursachte Peniskarzinome, unbeschnittene Männer dagegen häufiger. Anale HPV-Infektionen treten sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf.

Den wichtigsten Schutz jedoch gegen alle diese Krebsformen und damit für den gesamten Körper bietet die HPV-Impfung.